Historie – Die Geschichte der ÖHS

 

Seit 1980 humanitäre Hilfe aus Neunkirchen-Seelscheid

1. Der Anfang:

Die ersten Aktivitäten fanden im Jahr 1980und 1981 statt, veranlaßt durch die politischen Umwälzungen in Polen.

Aufgrund der Nachrichten, die über die Versorgungssituation im Land durch Medien sowie durch persönliche Kontakte bekannt wurden, begannen einzelne Gemeindemitglieder in spontaner Eigeninitiative, Transporte für Hilfsgüter zu organisieren und durchzuführen, vornehmlich zu den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Zabrze (Hindenburg) und der evangelischen Kirchengemeinde in Bielsko-Biala (Bielitz) in Oberschlesien. Man erfuhr voneinander und schloß sich zu einer gemeinsamen Organisation zusammen, zumal die bisher angefahrenen Ziele nahe beieinander lagen.

Dadurch entstand in Mitte 1981 unter aktiver Teilnahme der beiden Kirchengemeinden die „Ökumenische Polenhilfe Seelscheid.“

Weit über 40 Transporte nach Polen.
Unterwegs in Polen und Abladen bei den Schwestern in Lesnica:

Unterwegs in Polen und Abladen in Lesnica

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Die ersten Transporte wurden mit Klein-Lkw's (7,5 Tonnen) im Rhythmus von ca. 2 Monaten durchgeführt. In erster Linie wurden gespendete Bekleidung und Lebensmittel nach Polen gebracht. Durch die Transporte erhielt man Eindrücke und Informationen über die teils katastrophale Versorgungslage im Land, insbesondere über die Mängel der medikamentösen Versorgung in den Krankenhäusern.

In der Folge konzentrierte man sich darauf, Medikamente, medizinische Ausrüstungen und insbesondere Kindernahrung zu sammeln und nach Polen zu bringen. Bereits ab Mitte 1983 wurden Groß - LKW's (bis 40 Tonnen) für die Transporte eingesetzt. Die Anzahl der Fahrten reduzierte sich auf 3 - 4 im Jahr, jedoch wurden Konvois mit bis zu 8 Fahrzeugen pro Transport zusammengestellt.

Vermittelt durch persönliche Kontakte von Gemeindemitgliedern kamen weitere Ziele hinzu: das Santa-Klara Kloster in Lesnica bei Oppeln, eine katholische Gemeinde in Krakau sowie das Krankenhaus in Zakopane, Evangelische Gemeinde in Bielsko Biala.

Links: Der Evangelische Pfarrer in Bielsko Biala, Pfarrer Schareck

Evangelischer Pfarrer in Bielsko BialaAuf dem Weg nach Suwalki

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Rechts: Auf dem Weg nach Suwalki

Im Jahre 1986 wurden ferner Olsztyn (Allenstein), Szczytno (Ortelsburg) sowie Suwalki in Masuren angefahren.

Bis 1989 wurden insgesamt mehr als 40 Transporte nach Polen durchgeführt. Die Menge der gespendeten und ausgelieferten Güter beläuft sich auf mehr als 1200 Tonnen.

Die Finanzierung der Transportfahrten erfolgte durch Spenden aus der Bevölkerung und den beiden Kirchengemeinden, die Hilfsgüter wurden zusammengetragen durch (bundesweites) beharrliches Anfragen bei den entsprechenden Herstellern und Vertreibern der benötigten Güter. Viele Medikamente wurden auch von Arztpraxen aus der Umgebung gespendet. Die Sortierung nach Art, Alter und Stoffgruppe erfolgte durch geduldige Feierabendarbeit.

Fahrer Besprechung auf dem Weg nach Oppeln:

Fahrer Besprechung auf dem Weg nach Oppeln

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Im Jahr 1986 wurde im polnischen Parlament hervorgehoben, daß die Spendenaktivitäten aus dem westlichen Ausland einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungslage des Landes beigetragen hätten. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass die zur Verfügung gestellte Kindernahrung viele Kinder vor den Folgen von Mangelerscheinungen bewahrt hätte.

Bei den Schwestern in Lesnica Kloster Klara:

Bei den Schwestern in Lesnica Kloster Klara

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Links: Sankt Josef Kirche in Krakau. Die ungleichen Brüder

St. Josef Kirche in Krakau. Die ungleichen Brüder   Altstadt von Krakau mit Tuchhalle

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Rechts: Altstadt von Krakau mit Tuchhalle

Kooperationen

Im Jahr 1988 erfolgt eine enge und aktive Zusammenarbeit mit den befreundeten Kirchgemeinden Christkönig und St. Bernhard in Köln – Longerich.
Die Bundeswehr hat uns Lagerraum sowie hochwertige Hilfsgüter zur Verfügung gestellt.

Transporte nach Rumänien und zur Krim.

Bei der Verabschiedung nach Simferopl Krim Ukraine:

Bei der Verabschiedung nach Simferopl Krim Ukraine

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Kurz vor der Abfahrt nach Timisoara in Rumänien :

Kurz vor der Abfahrt nach Rumänien Timisoara

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Im Jahr 1990
Da sich die Versorgungssituation in Polen durch die Grenzöffnung zum Westen als Folge der politischen Umbrüche im Herbst 1989 besserte, sowie durch die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990, verlagerten sich die Aktivitäten der Ökumenische Polen Hilfe Seelscheid nach Rumänien.

Die ersten Kontakte kamen zustande über das Friedensdorf in Wuppertal, einer humanitären Institution, die sich Kindern aus aller Welt annimmt, die Opfer der politischen Situation in ihrer Heimat geworden sind. Die ersten Transporte von Hilfsgütern nach Rumänien erfolgten im Februar 1990 nach Timisoara im rumänischen Banat/Timisoara. Durch die Vermittlung von Privatpersonen wurden Kontakte zur dortigen Universität hergestellt. Die dortige medizinische Fakultät ist die zentrale Sammelstelle für die angelieferten Waren.

Im Jahr 1994 Gründung des Vereins.

Seit Anfang 1995 ist die Ökumenische Hilfe Seelscheid e.V. als eingetragener Verein im Vereinsregister aufgenommen, mit den beiden Kirchengemeinden des Ortes als Schirmherren und vom Finanzamt als „mildtätig“ anerkannt. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Notleidenden im Ausland im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen und zu unterstützen.

Die Helfervereinigung nannte sich um in „Ökumenische Hilfe Seelscheid“

Logo der Ökomenischen Hilfe Seelscheid

Im Jahr 1996, wurden die ersten Transporte nach Litauen / Vilkija durch unsere Vereinsmitglieder Peter Hilden organisiert und durchgeführt. Im Jahr 2001 übernahm Hartmut Schulz das organisieren der Transporte nach Litauen. Bis 2008 wurden insgesamt 16 Transporte durchgeführt mit einer Gesamtladung von über 172 Tonnen an Hilfsgütern.

Lagerfeuer mit Krankenhausdirektor Adolfas Augustinavicius (ganz links) aus Vilkija und einigen seinen Mitarbeitern:

Lagerfeuer mit Krankenhausdirektor Adolfas Augustinavicius aus Vilkija und einigen seinen Mitarbeitern

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Abladen beim Altenheim in Ezerelis:

Abladen beim Altenheim in Ezerelis

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Bis Ende 2004 wurden nach Rumänien insgesamt 37 Transporte mit Groß-LKW's durchgeführt (2-3 pro Jahr).

Abladen der Hilfsgüter im Krankenhaus Judetean in Timisoara:

Abladen der Hilfsgüter im Krankenhaus Judetean in Timisoara

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Im Jahr 1997 wurde der erste Transport nach Simferopol (Krim / Ukraine) mit mehr als 43 Tonnen Hilfsgütern durchgeführt.

Links: Ein Straßendorf 120 km süd-östlich von Timisoara Buzias im Herbst

Ein Straßendorf 120 km süd-östlich von Timisoara Buzias im HerbstWarten an der Ungarisch-Rumänischen Grenze

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Rechts: 28 Stunden an der Ungarisch / Rumänischen Grenze Nadlak bei Minus 22°C

Der LKW Stau betrug Mehrere Kilometer ca. 3000 Lastzüge haben dort gestanden. Auf Grund unserer Hilfslieferung wurden wir noch bevorzugt abgefertigt. Andere standen bis zu 4 Tagen an der Grenze.

Ab dem Jahr 2004 wurden die Transporte kleiner weil die Kosten zu hoch wurden und wir an Spendengeldern nicht mehr genug einnahmen um die Kosten zu decken.
Trotzdem haben wir mit viel Mühe und Ausdauer immer wieder Transporte nach Rumänien und Litauen
organisieren und durchführen können.

So wurden 2004 noch 3 Transporte mit einem Gesamtgewicht von 47 To durchgeführt.

Im Jahr 2005 haben wir 5 Transporte durchgeführt, drei Transporte nach Litauen, zwei Transporte nach Rumänien. Dies war nur möglich weil sehr große Anstrengungen unternommen wurdenund für diese Transporte Sponsoren gewonnen werden konnten. Nach Litauen wurden insgesamt über 32 To und nach Rumänien über sechzig To transportiert.

Im Jahr 2006 haben wir insgesamt zwei Transporte durchgeführt, ein Transport nach Litauen, ein Transport nach Rumänien.
Die gesamte Tonnachenzahl betrug für alle Transporte im Jahre 2006 über 36 To

Im Jahr 2007 haben wir zwei Transporte durchgeführt, ein Transport nach Litauen mit zwei LKW´s und ein Transport nach Rumänien mit einem LKW.
Es wurde eine gesamte Tonnachenzahl für beide Transporte von über 45 To erreicht.

In den darauffolgenden Jahren wurden mit gleicher Intensität Transporte organisiert und durchgeführt.

Hier noch einpaar Bilder aus Litauen und Rumänien.

Krankenhaus Belegschaft von Vilkiya Litauen bei der Verabschiedung:

Krankenhaus Belegschaft von Vilkiya Litauen bei der Verabschiedung

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Beim Abladen am Krankenhaus in Vilkiya Litauen:

Beim Abladen am Krankenhaus in Vilkiya Litauen

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Übergabe eines Ford Transit an die Serban Fondation Buzias Rumänien. (Dieses Fahrzeug wurde von der Rumänienhilfe in Köln Longerich gesponsert. Im April 2008):

Übergabe eines Ford Transit an die Serban Fondation Buzias Rumänien

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Das neu erbaute Kinderkrankenhaus in Buzias für Diabetes und Hämophilie Kinder:

Das neu erbaute Kinderkrankenhaus in Buzias für Diabetes und Hämophilie Kinder

(Foto: ÖHS-Neunkirchen-Seelscheid)

Um unserem selbst gestellten Anliegen weiterhin nachkommen zu können, sind wir für jede Art der Unterstützung dankbar.